Klarheit und doch überhaupt nicht

Nach unserem ersten Date waren meine Gefühle sehr gemischt.

Einerseits ist da Jane, diese wunderschöne und interessante Frau und tolle Gesprächpartnerin. Anderrerseits ist da Jane, aus der ich nicht schlau werde und die mir das Gefühl gibt alles falsch zu machen. Zuckerbrot und Peitsche verbinde ich sofort mit einer eher unbeliebten und veralteten Erziehungstaktik.

Aber meine positiven Gefühle überwiegen bei weitem und ich möchte sie wieder sehen. Dieses mal treffen wir uns zum Brunchen und finden durch Zufall ein kleines, schnuckeliges Café außerhalb, das bis zum frühen Nachmittag Brunch anbietet.

Unser Essen verläuft sehr gut! Wir unterhalten uns über alles mögliche, berühren uns zärtlich. Als ich ihr einige Bilder zeige, fahren sich plötzlich wieder Janes Schutzschilde hoch, aber ich bemerke, dass sie sie nur halb hochfährt. „Das überfordert mich gerade, lass uns essen.“, sagt sie und zieht sich zurück – aber nach wenigen Minuten ist sie mental wieder bei mir.

Nach dem Brunch fahren wir zu ihr und chillen etwas (jugendfrei).

Plötzlich wendet Jane sich mir ernst zu und sagt: „John, ich muss Dir etwas erzählen!“

Bang! Da bin ich wieder in der Realität und sehe sie gespannt an.

Jane offenbart mir, dass sie unter Depressionen leidet und deswegen in Behandlung ist und auch Medikamente nimmt. Dann schaut sie mich wort- sowie regungslos an und wartet.

„Wow, das ist ein Päckchen“, denke ich und denke spontan an  Robin Williams, Chester Bennington und die vielen andern Menschen, die den Kampf gegen sie nicht geschafft haben.

Aber da sitzt sie vor mir; die bezaubernde Jane und sieht mich mit ihren großen, treuen Augen an. Ich denke, „Das kriegen wir schon hin!“, lächle sie etwas unsicher an und sage: „Jane, Du bist in Therapie und hoffentlich guten Händen. Ich werde Dich stützen und Dir Ohr und Schulter sein – egal ob Du Depressionen hast oder nicht! Für mich ist das in Ordnung!“

Jane mustert mich skeptisch und nach endlosen Sekunden, nimm sie mich in den Arm und hält mich, dass ich kaum noch Luft bekomme. Sie riecht so gut! „Hoffentlich übernehme ich mich nicht.“, denke ich, schiebe den Gedanken aber schnell beiseite und halte sie ebenfalls.

Ich fühle mich erleichtert und froh!

Fortsetzung im nächsten Artikel: „Klarheit und doch ueberhaupt nicht #2

Ein Gedanke zu “Klarheit und doch überhaupt nicht

  1. Pingback: Klarheit und doch überhaupt nicht #2 – Tagebuch einer Borderline Beziehung

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